The White, the Green, and the Dark

Kuratiert / Curated

Die im Felleshus der Nordischen Botschaften präsentierte Ausstellung The White, the Green, and the Dark zeigt eine Auswahl an künstlerischen und gestalterischen Positionen, die zuvor im Museum Angewandte Kunst unter dem Titel House of Norway anlässlich des Gastlandauftritts Norwegens auf der Frankfurter Buchmesse 2019 zu sehen waren.

Das Reisen in unbekannte Landstriche und Städte kann inspirierend und assoziativ zugleich sein, indem sich das neu Gesehene mit dem intuitiven Wissen des bereits Erlebten verbindet. Die Arbeiten der zehn KünstlerInnen dieser Ausstellung lassen sich so auch wie ein Streifzug der besonderen Art lesen: mit erstmaligen und wiederkehrenden Begegnungen, Momenten des Erstaunens und Innehaltens, mit Neuentdeckungen dort, wo einem das Gesehene bereits bekannt und vertraut erschien. Der Süden und Westen Norwegens unterscheidet sich mit seinen Küstengebieten, Seenlandschaften und Wäldern entschieden von der kargen Küstenlandschaft nördlich des Polarkreises bis zu der Tundra der Finnmarksvidda und den arktischen Gefilden im Nordosten. Entsprechend unterschiedlich sind die Lebenswirklichkeiten der Menschen an den jeweiligen Orten. Das Leben in Oslo und anderen Großstädten ist ein anderes als das in den ländlichen Gebieten. Die Existenz einer indigenen Volksgruppe, deren Kulturraum, Sápmi, sich über Norwegen, Schweden, Finnland und Teile Russlands erstreckt, hält andere Themen für KünstlerInnen bereit als beispielsweise die von tiefen Taleinschnitten und dunklen Wäldern bestimmten Landschaften in der Telemark — was wiederum zu anderen Ausdrucksformen und den Werken zugeschriebenen Bedeutungen führt.

Die gezeigten Film- und Soundinstallationen, Bildhauer-, Textil- und Objektarbeiten sowie 24 ausgewählte Kurzfilme bieten den BesucherInnen Einblicke in die Reflexionen auf diese unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten. Häufig stehen dabei der persönliche Bezug zu und die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Heimat sowie klimatische und gesellschaftliche Veränderungen im Mittelpunkt. Ein weiterer Fokus der gezeigten zeitgenössischen Arbeiten verweist auf indviduelle und kollektive Erfahrungen mit Traditionen, Glaubensvorstellungen, Diskriminierung sowie Fremd- und Selbstbestimmung.

The exhibition The White, the Green, and the Dark, presented in the Felleshus of the Nordic Embassies, shows a selection of artistic and design positions that were previously on display at the Museum Angewandte Kunst under the title House of Norway on the occasion of Norway’s guest country appearance at the Frankfurt Book Fair 2019.

Travelling to unknown lands and cities can be inspiring and associative at the same time, as the newly seen is combined with the intuitive knowledge of the already experienced. The works of the ten artists in this exhibition can thus also be read as a special kind of a journay: with first-time and recurring encounters, moments of astonishment and pause, with new discoveries where what has been seen already seemed familiar and familiar. The south and west of Norway, with its coastal areas, lake landscapes and forests, is very different from the barren coastal landscape north of the Arctic Circle to the tundra of the Finnmarksvidda and the Arctic regions in the northeast. The realities of life are correspondingly different for the people in each place. Life in Oslo and other large cities is different from life in rural areas. The existence of an indigenous ethnic group whose cultural area, Sápmi, stretches across Norway, Sweden, Finland and parts of Russia, provides different themes for artists than, for example, the landscapes in Telemark, which are dominated by deep valleys and dark forests – which in turn leads to other forms of expression and meanings ascribed to the works.

The film and sound installations, sculptural, textile and object works on display, as well as 24 selected short films offer visitors insights into reflections on these different realities of life. Often the focus is on the personal relationship to and the examination of one’s own identity and homeland as well as climatic and social changes. A further focus of the contemporary works on display refers to individual and collective experiences with traditions, beliefs, discrimination as well as foreign and self-determination.

Kurator / Curator: Sabine Schirdewahn

Idee und Konzept/ Idea and concept: Sabine Schirdewahn und Matthias Wagner K

Eine Ausstellung von der Kgl. Norwegischen Botschaft / An exhibition of the Royal Norwegian Embassy, Berlin im / at the Felleshus: 2.6. – 3.10.2020

Link zur Webseite: Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin